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immobilien investment 03/2025

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42 INTERVIEW

42 INTERVIEW ANKAUFSLAUNE Die Immobilienplattform ImmoScout24 hat heuer gleich zweimal zugeschlagen: Erst kaufte sie die Bauträgerplattform EXPLOREAL, dann folgte der Datamining-Spezialist IMMOunited. ImmoScout24-Geschäftsführer Markus Dejmek spricht mit „immobilien investment“-Chefredakteur Charles Steiner darüber, was für die Zukäufe ausschlaggebend war - und was sich für die Immobilieninserenten ändern soll. Mit den jüngsten Zukäufen hat ImmoScout24 in der österreichischen Immobilienbranche durchaus für Aufsehen gesorgt: Zuerst der Erwerb der Bauträgerplattform EXPLOREAL, dann vor wenigen Wochen der Kauf des Datamining-Experten IMMOunited. Was war ausschlaggebend für den Erwerb beider Unternehmen? MARKUS DEJMEK: ImmoScout24 gibt es bereits seit zwölf Jahren auf dem österreichischen Markt und ist am Ende ein Marketingkanal für Immobilien, von denen es doch einige gibt. Dazu gehört natürlich auch unsere Website. Unser Ziel ist es, ImmoScout24 als zentrale Plattform für die Immobilienbranche weiter auszubauen. Mit EXPLOREAL können wir frühzeitig das Angebot im Bereich der Bauträgerdaten stärken, nun kommt mit IMMOunited ein weiteres Puzzlestück hinzu, das den Zugang zu strukturierter Grundbuch- und Marktdatenanalyse auf ein neues Niveau hebt. Beide Zukäufe - vorbehaltlich einer kartellrechtlichen Genehmigung - sind Teil unserer Strategie, die Plattform für professionelle Nutzer noch attraktiver zu machen und damit für den Inserenten - Makler, Bauträger, Property-Manager - wie auch für den Endkonsumenten das bestmögliche Nutzererlebnis zu bieten. » Wir wollen qualitativ hochwertige Daten aus beiden Welten intelligent verknüpfen und daraus digitale Werkzeuge schaffen, die Prozesse erheblich beschleunigen. MARKUS DEJMEK Gerade in einem herausfordernden Marktumfeld wie aktuell ist das ein durchaus mutiger Schritt. Warum ausgerechnet jetzt? Die Gespräche liefen schon länger. Letztlich war es eine Kombination aus der Bereitschaft der Verkäufer, einem guten Preis und der Einschätzung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Integration gekommen ist. In einem konsolidierten Markt gewinnt, wer innovativ bleibt. Und da sehen wir uns gut aufgestellt. EXPLOREAL und IMMOunited sind klar auf B2B ausgerichtet, bei ImmoScout24 kommt dann der Endkonsument ins Spiel. Wie lassen sich die Datensätze der erworbenen Unternehmen integrieren und mit ImmoScout24 als Suchplattform harmonisieren? Das Ziel ist eine „Werkzeugkiste“ für Immobilienprofis, mit der man schneller, gezielter und fundierter arbeiten kann. Heute muss man sich viele Informationen mühsam selbst zusammensuchen: Baupläne, Kaufverträge, Preisentwicklungen. In Zukunft soll das einfacher gehen. Wir wollen qualitativ hochwertige Daten aus beiden Welten intelligent verknüpfen und daraus digitale Werkzeuge schaffen, die Prozesse erheblich beschleunigen. Es geht nicht nur darum, Daten zu sammeln, sondern auch um sinnvolle Anwendungen. Wir entwickeln Tools, mit denen ein Makler beispielsweise per Knopfdruck eine marktkonforme Bewertung erstellen oder automatisiert Exposés generieren kann. Die Technologie dahinter muss komplex sein, aber die Anwendung soll einfach funktionieren. Ein zentrales Thema ist ja auch die Rolle von ImmoScout24 als Marketingkanal. Viel wird über Social Media ausgespielt. Der Kampf, Besucher auf die Website zu bekommen, ist hart ImmoScout24 03/2025 immobilien investment

INTERVIEW 43 - und nicht wenige Anbieter setzen mittlerweile auf Social Media. Wie kann man User für sich gewinnen? Wir verstehen uns als starker, digitaler Vertriebspartner für unsere Kunden. Ja, Google und Facebook sind günstig im Einstieg, aber sie liefern nicht immer die qualifizierten Leads. Unser Vorteil ist die Zielgruppengenauigkeit: Wer auf Immo- Scout24 kommt, hat ein konkretes Immobilienanliegen. Das macht unsere Plattform effizient. Wir messen sehr genau, welcher Euro welchen Rückfluss bringt. Viele unserer Kunden sehen eine Verzehn- bis Verzwanzigfachung ihrer Investitionen. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei Ihren künftigen Entwicklungen? Eine zentrale. KI wird unsere Prozesse weiter beschleunigen, vor allem bei der Datenaufbereitung und -analyse. Gleichzeitig beobachten wir mit Sorge, dass große Plattformen wie Google durch KI-Suchfunktionen den Zugang zu spezialisierten Angeboten wie unseren potenziell unterlaufen. Da braucht es auch regulatorische Antworten. Unsere Aufgabe ist es, durch Qualität und Innovation so gut zu sein, dass Nutzer uns bewusst ansteuern. Was dürfen Ihre Nutzer konkret in den nächsten Monaten erwarten? Gibt es schon Pläne für weitere Akquisitionen? Momentan nicht. Die Integration der beiden Zukäufe beschäftigt uns intensiv. Es geht jetzt darum, Systeme zusammenzuführen, Sicherheitsstandards zu harmonisieren, Teams zu integrieren. Das ist ein großer Schritt und braucht Zeit. Die bestehenden Produkte laufen weiter wie bisher. Im Hintergrund arbeiten wir an der Konsolidierung der Daten, daraus entstehen dann neue Werkzeuge, die das Arbeiten schneller und einfacher machen. CHARLES STEINER immobilien investment 03/2025

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